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Projekt Riese

Włodarz/Wolfsberg

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Spüren Sie die Vergangenheit

 

Spüren Sie die Geschichte Hautnah und erfahren Sie mehr über diesen Teil des Komplexes Riese.

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Vielfalt an Exponaten

 

Besichtigen Sie unsere Freiluftausstellung mit den verschiedensten Exponaten.

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Für Ihr Wohl ist gesorgt

 

Wir laden Sie herzlichst ein, ein wenig bei uns zu verweilen, für Ihr Leibliches Wohl ist gesort.

Heizfolie für Infrarot Fußbodenheizungen

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DURCH TF-FUßBODENHEIZUNGEN

"Das Erlebnismuseum Riese fördert nicht die Idee der Nazis, Faschisten, Kommunisten und anderer totalitären Regime. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Darstellung der historischen Wahrheit mit Schwerpunkt auf die Beteiligung von Wissenschaftlern und KZ-Häftlingen, die zur Forschung an geheimen Projekten abgeordnet, oder zum Ausbau des kompletten Projektes Riese gezwungen worden und auch an den Folgen gestorben sind"

Im Frühjahr 1942 wird die Organisation nach Todt´s Flugzeugabsturz von Albert Speer übernommen und auch neu organisiert. Das neue, von Speer geleitete Reichsministerium für Kriegsproduktion und Rüstung übernimmt die zentrale Planung der Kriegswirtschaft, und aus dem losen Bauverband Todt´s wird unter Speer eine gut organisierte Schaltzentrale zwischen der Wehrmacht und der privaten Bauwirtschaft im Dienste Hitlers: die Organisation Todt wird zum „Staat im Staat“. Sie wird neben der SS und der Wehrmacht ein wichtiges Instrument des Krieges und der Garant für die wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete in Europa. Die Organisation Todt entwickelt sich so während des Zweiten Weltkrieges zu einer Reichsbehörde.

 

15. September 1943 (Jahrestreffen) Anwesend: Albert Speer, Rüstungsminister des Dritten Reiches, Xawer Dorsch, Leiter der zentralen OT und Bauleiter Leo Müller. Es erfolgte der Beschluss über den Bau eines neuen Führerhauptquartieres (FHQ) in Niederschlesien (Codename Riese oder auch „Geheime Reichssache 91/44“).

 

Es war der Plan, im stark zerklüfteten und bewaldeten Eulengebirge eine mächtige unterirdische Anlage zu bauen, die bei Bombardierungen Raum für Kommando Landstreitkräfte (OKH), Luft (OKL), zu RFSS, Minister verschiedenster Ämter, diverse andere Bedienstete, Anlagen für Logistik inkl. Produktion und Schutz für Hitler bieten sollte. Anfangs sollte die Anlage nach dem Willen Xawer Dorsch 20.000 Menschen ein sicheres Obdach bieten. Später war sogar nach Anthon Dalmus - Chef Ingenieur "Riese" - von etwa 40.000 Menschen die Rede. Unglaublich, nicht wahr?

 

Die Arbeiten an diesem Komplex waren seiner Zeit die größten Bau- und Bergbauarbeiten des Zweiten Weltkrieges.

 

Hitler verfolgte den Bau mit großem Interesse. Deutsch Historiker prof. Franz W. Seidler schreibt, dass das Führerhauptquartier von Hitler im Eulengebirge zugleich einen starken Ausbau unterirdischer Verkehrswege zur Folge hatte - die Zweitgrößten nach dem unterirdischen Komplex "Dora" im Harz (dort wurden unter anderem die Raketen V1 und V2 produziert). Es ist jedoch nicht bekannt, dass es dort beabsichtigt war, einen Kampfjet Me -262 Rakete oder A4 (V2) herzustellen.

 

Das Projekt "Riese" erhielt die höchste Priorität im Dritten Reich. Die Pläne für den Bau entstanden erstmals durch prof. Herbert Rimpl, dieser hatte sein Ingenieurbüro in Berlin an der Klosterstraße 80/82. In der ersten Phase befasste sich größtenteils die schlesische Industrie Gemeinschaft, mit Sitz in der Villa Erica in Jedlina Zdroj mit den Bauarbeiten, allerdings hatte schlesische Industrie Gemeinschaft keine Erfahrung in dieser Art von Arbeit. Darüber hinaus gab es mehrere große Fälle von Korruption. Dies alles hieß, dass die Arbeiten sehr langsam voranschritten.

 

In Folge dessen, wurden dann mehr und mehr Zwangsarbeiter aus ganz Europa hinzugezogen. In der Wende des Jahres 1943-1944 brach in den Lagern Zwangsarbeiter eine Typhus-Epidemie aus.

 

 der Palast der Familie Bohm in Jedlinka

Der ehemalige Sitz der Verwaltung - der Palast der Familie Bohm in Jedlinka

Im Frühjahr 1944, wurde die Überwachung aller Aktivitäten durch SS Hauptsturmführer Dr. Siegfrid Schmelcher (Architekt) der Organisation Todt übernommen.

 

Bauleiter Oberbaurat Meyer wählte den Palast der Familie Böhm, am Rande des Eulengebirges in Jedlinka (Tannhausen) als Sitz der Direktion aus.

 

Ein so großes Bauvorhaben erforderte, eine große finanzielle Investition, weitere

Spezialausrüstung, Baustoffe, Sprengstoffe und natürlich Baufachleute, Bergleute und schließlich auch Zwangsarbeiter, diese wurden aus dem Konzentrationslager Gross-Rosen herangeschafft.

 

Im Gebiet Głuszyca und Walim entstanden daraufhin fünf und im Frühjahr und Sommer 1944 weitere zwei Arbeitslager (Arbeitslager - AL).

Wie bereits erwähnt, hatte Hitler ein großes Interesse an dem Stand der Arbeiten an seinem neuen Hauptsitz. Er besuchte die ganze Großbaustelle zwei Mal im Jahr, um sich dessen Fertigstellung sicher zu sein. Häufige Gäste waren hier unter anderem auch Dr. Siegfrid Schmelcher und Leo Müller, Bauleiter im Auftrag des OT. 28. - 20. Juni 1944. Albert Speer informierte Hitler, dass die Erweiterung des Hauptquartiers mit derzeit 28.000 Arbeitern bestückt seien. 22. September 1944: Speer schreibt: "Für den Bau von Unterkünften in Rasten werden 36 Millionen RM an den Schutz in Pullach bei München freigegeben, die für die Sicherheit von Hitler bei seinem Aufenthalten in München sorgen - 13 Millionen RM. Für Schutzräume und Logistische Einrichtungen "Giant" (Projekt Riese) in der Nähe von Bad Charlottenbrunn - 150 Millionen RM.

 

Zur Durchführung wurden diese Baumaßnahmen geplant, 257.000 m3 Beton mit Stahl verstärkt (einschließlich einer kleinen Menge einfacher Betonwände), 213.000 m3 Tunnel, 58 km Straßen von 6 Brücken, 100 km von Rohre.

Der Komplex Riese "Giant" sollte der gesamten Bevölkerung Schutzunterkünfte bieten.

KZ-Häftlingsmütze

Herstellung von Beton direkt am Berg

Führerhauptquartier Riese

Fragment der Schmalspurbahn

Die Arbeiten im Eulengebirge dauerten bis ca. Februar-März 1945. Als die ersten Truppen der Roten Armee eintrafen, begannen sie sofort Maschinen, Geräte und Baumaterialien in die Sowjetunion zu exportieren. Die Informationen zum Code-Namen "Giant - Riese" wurden und werden durch die Sowjets geheimgehalten, deshalb ist es heute sehr schwierig für uns, die Frage zu beantworten, was und wo die Deutschen überall gebaut haben. Was wurde von den Deutschen selbst zerstört oder versteckt und getarnt, und was wurde von dem russischen und polnischen Militär bzw. polnischen Sicherheitsdienst zerstört oder entfernt?

 

Aus den Ergebnissen der Arbeit von unter anderem, Jack Wilczura, George Cery, Mariusz Aniszewskiego, Darius Korólczyka und vieler anderen Forscher, wissen jetzt von gut 7 unterirdischen Anlagen.

Diese sind: Włodarz, Osówka, Rzeczka, Jugowice, Soboń, Auniversary, Gontowa.

Kompressorstation Führerhauptquartier Riese

Kompressorstation

Stahlhelm 3. Reich

eine der vielen Wachmannschaften

Offiziersmütze der Luftwaffe WW2
Nazi Panzerzug

Das Gesamtvolumen dieser Objekte umfasst bisher (bekannt) mehr als 100.000 m3.

Eine ungefähre Berechnung der angefallenen Menge von ca. 70.000 m3 des Betons der bisher bekannten Bauten, geben uns einen Aufschluss was demnach noch nicht entdeckt wurde.

 

Im Vergleich zu den Daten von Albert Speer wissen wir von mehr als 100.000 m³, Tunnel und 180.000 m3 Beton die aus den Akten hervorgehen.

 

Bericht:

 

“Ich erhielt verschiedene Berichte, die Albert Speer in seiner Laufbahn praktizierte. Propaganda mit Erfolg.

 

Während des Aufenthaltes in Speers Gefängnis in Spandau, berichtete der Journalist, der ein Interview mit ihm führte, ähnliche Zweifel an den von ihm bei dem Treffen mit Hitler gegeben Berechnungen.

 

Speer sagte, dass Hitler ein Mann war, der keine Fehler akzeptierte. Er konnte sich auf seinen Geheimdienst verlassen um alles zu überprüfen. Es stellt sich die Frage: Wo gibt es Tausende von Kubikmeter unterirdischer Gänge, Hallen und Tausende Kubikmeter Beton? Diese Fragen sind noch ungeklärt.

 

Die Arbeiten am Bauvorhaben "Riese" waren streng vertraulich.

 

Das (Sperrgebiet) um die Baustelle umfasste ca. 35km2. Der Eintritt war nur bei Vorlage einer Sondergenehmigung erlaubt. Die Arbeiten wurden vierundzwanzig Stunden am Tag durchgeführt. Ohne jegliche Pause verließen Baustoffe, Maschinen und Anlagen für den Bau und die Ausstattung bzw. Ausrüstung die Werke in Olszyniec und Głuszyca.

 

Wie ich bereits geschrieben habe, berichteten die offiziellen deutschen Quellen (sehr bescheiden), dass das Bauvorhaben "Riese" im Herbst 1943 begonnen hatte. Dieses Datum widerspricht dem, was ich über Jahre der intensiven Forschung herausfand. Deutsche, die vor dem Krieg in diesem Gebieten gelebt hatten, erwähnten, dass einige Bereiche in der Region des Eulengebirges bzw. Włodarz/Wolfsberges vor dem Jahr 1943 abgeriegelt wurden. Herr Stanislaw Suliga, Zwangsarbeiter, erzählte, dass er in das Lager in Kolce ende des Jahres 1942 oder Anfang 1943 gebracht wurde, und man Ihn zwang, die arbeiten an den Tunnelsystemen durchzuführen (wahrscheinlich rund um Osówka).

 

Der nun verstorbene Bewohner von Głuszyca, gebürtig aus Italien, sagte mir, dass er ca. 1935/1936 hierher kam. Er war ein Bergmann, Spezialist für den Bergbau und wurde in Steinbrüchen in Głuszyca eingesetzt.

 

Im Jahr 1937/1938 kam es, nach dem (zusammen mit einigen anderen Spezialisten aus dem Bergbau) eine Verpflichtung zur Geheimhaltung unterzeichnet wurde, kam es zu zwei oder drei Mal pro Woche abgehaltenen Treffen im Eulengebirge.

 

Ich frage mich, ob sich jemand darüber Gedanken macht, dass wir die ersten waren, die im Herbst 1943 Jahre mit den Arbeiten begannen?

 

Der schon verstorbene Einwohner von Głuszyca, gebürtig aus Italien, sagte mir, dass er ca. 1935/1936 hierher kam. Er war ein Bergmann, Spezialist für den Bergbau und wurde in Steinbrüchen in Głuszyca eingesetzt.

 

Im Jahr 1937/1938 kam es, nach dem (zusammen mit einigen anderen Spezialisten aus dem Bergbau) eine Verpflichtung zur Geheimhaltung unterzeichnet wurde, kam es zu zwei oder drei Mal pro Woche abgehaltenen Treffen im Eulengebirge.

 

Ich frage mich, ob sich jemand darüber Gedanken macht, dass wir die ersten Waren, die im Herbst 1943 Jahre mit den Arbeiten begannen?

 

Die Forscher beschäftigen sich intensiv mit Indizien, die mit dem Bau Codenamen "Riese" im Zusammenhang stehen.

 

Seit Jahren wird der Sinn der Einrichtungen diskutiert, die im Eulengebirge gebaut wurden. Die Meinungen zu diesem Thema sind oft sehr unterschiedlich. Es wird vermutet, dass es sich um:

- Unterstände für Hitler und seine engsten Mitarbeiter,

- Unterirdische Fabriken (Me-262 V2)

- Laboratorien chemischen, biologischen oder nuklearen,

- Forschungseinheiten und Produktionsstätten für Senkrechtstart, angetrieben, unter anderem, Anti-Schwerkraft-Motoren handelt.

 

Alle Forscher sind sich einig: Anhand der Dauer der Bauarbeiten wird vermutet, dass die Deutschen viel mehr gebaut haben, als wir heute sehen. Irgendwo im Eulengebirge sind gut versteckt und getarnt weitere Objekte. Vielleicht gibt es Maschinen und Anlagen, die bereits gearbeitet haben. Natürlich ist es auch möglich, dass dort Kunstschätze oder Gold eingelagert war bzw. immer noch ist. Auch denkbar ist, dass dort Leichen von Gefangenen, die auf der Baustelle arbeiten versteckt wurden.

 

Ich glaube, dass wir bald in der Lage sein werden, das Geheimnis von "Riese" zu lüften."

Der Komplexs Wlodarz/Wolfsberg

Stein von der Baustelle des neuen Führerhauptquartieres Riese

Der Wolfsberg / Włodarz (811 m über dem Meeresspiegel) grenzt im Westen und Norden an das Tal Bystrica, im Nordosten und Osten an das Tal Walimki, im Süd-Osten an den Sokola Pass und südlich an das Dorf Sierpnica Wyrębińskimi. Rund um den Włodarz befinden sich noch weitere kleinere Berge: Jedlinská Kopa, Jagodziniec, Soboń, Osówka und Moszna.

 

An der Spitze des Włodarz befindet sich eine Gruppe von schroffen Felsen, die den Zähnen eines Wolfes ähneln. Vielleicht ist dies der Grund, warum der deutsche Name für diesen Berg Wolfsberg lautet.

 

Hier, auf der nordöstlichen Seite des Berges, wurden in den vierziger Jahren des Zweiten Weltkriegs Tausenden von Gefangenen zu Arbeiten am Ausbau einer unterirdischen Anlage gezwungen. (die größte, die derzeit in den Bergen bekannt war bzw. ist.)

 

Offiziell wird der Zeitpunkt des Beginns der Arbeiten im Herbst 1943 angenommen, es gibt aber Anzeichen, dass die Arbeiten schon viel früher begannen.

 

 

 

In seiner Diplomarbeit schreibt Jerzy Cera:

Karte Komplex Riese

"Laut Helena Putilin, die in dem Fabrikkomplex geboren wurde und in der Zeit nach dem Krieg in der DDR lebte, wurde das Gebiet bereits im Jahr 1938 um den Wald und an den Hängen des Moszna und Włodarz eingezäunt. Während des Krieges wurde das Gebiet hermetisch abgeriegelt. Wer sich in die Sperrzone begab, lief Gefahr, mit dem Tode bestraft zu werden." Heute kann dieser Ort besichtigt werden. Sie können sich in diesem Gebiet frei bewegen. Dieser Bereich wurde während des Krieges von den Beamten der SS Geheimfeldpolizei (GFP) bewacht.

Auf dem Weg von Jugowice nach Walim findet man diverse Ruinen der SS Betonbaracken.

Neben ihnen werden Sie die Überreste der verschiedensten Gebäude (Küchen, Wasseraufbereitungsanlagen, Waschräume, Lager uvm.) finden. Das Lager beherbergte aus Informationen verschiedenster Quellen, 3 bis 6 Tausend Gefangene und war eines der größten in der Region. Abram Kajzer beschrieb in seinem Buch "Hinter dem Draht des Todes", schreibt er: "Das Lager ist sehr groß Wolfsberg." Und er beschreibt wie seine Vorredner weiter, dass es am Hang im Wald versteckt, und von der Außenwelt abgeschnitten ist.

 

Wir sind mehr als sechstausend polnische, tschechische, griechische, italienische, deutsche und ungarische Juden.

Unternehmen, die von unserer Sklavenarbeit profitiert haben, es sind bis zu achtunddreißig. "Dazu gehörten die Unternehmen: "Huta" in Breslau, "Ackermann", "Dynamit AG", "Heinrich Butzer und Philipp Holzmann", "Deutsche Farbenindustrie AG", ein italienisches Unternehmen, Bergbau "Ghisleri" und viele andere. Die Gefangenen arbeiteten an Übertage: (Bau von Straßen, Eisenbahnstrecken, Entladen von Transporten), Untertage: (Tunnelbau, Abraum Abtransport, Installation der Einschalung im Stollen, Betonproduktion) im Lager: (die Arbeit in der Küche, die Arbeit für die Beseitigung von Leichen etc.) Ständig wurden sie geschlagen und eingeschüchtert. Es gab sehr wenig oder gar kein Essen.

 

Ich weiß, dass viele ehemalige Gefangene, das Trauma und die Bilder der monströsen deutschen Vernichtungsmaschinerie nicht vergessen können.

 

Lajos Erdelyi wurde zu einem der Lager in der Gegend Głuszyca am 2. Juni im Jahre 1944 gebracht. "Wir haben 12 Stunden am Tag gearbeitet, ohne die Stunden, für den Apell (zweimal am Tag: morgens und abends) und den Anmarsch zur Baustelle mitgerechnet.

Unsere Rationen waren deutlich unter 1000 Kalorien, und in unserer Ernährung fehlten komplett alle Proteine. Dies alles geschah im Wissen, dass normalerweise eine tägliche Dosis von 1500 Kalorien für das Überleben von erwachsenen Menschen erforderlich ist. Zitat von Joseph Göbbels: „Vernichtung durch Arbeit“.

 

"Herr Stanislaw Suliga (ehemaliger Zwangsarbeiter) sagte mir, dass man nach drei Monaten im Lager ca. 30 kg Gewicht verlor (Sein Gewicht sank von 68 auf 38 kg). Er überlebte dank seiner starken Psyche und (so sagt er), er war von Natur aus klein und brauchte daher weniger Nahrung als größere Männer.

 

Der Wlodarz/Wolfsberg wurde im Januar 1945 evakuiert. Die schwachen und kranken Gefangenen wurden dazu gezwungen, wichtige Tunneleinfahrten zu Sprengen bzw. zu tarnen, in dem die zuvor hereingebrachten, ich zitiere die Worte des Herrn Czeslaw Sz. "Wagons/Loren mit diversen Gütern und Kisten, deren Inhalt ich nicht kannte" verstaut wurden.

 

Wenn Sie der Straße (auf der rechten Seite der "SS Stadt'') den Hang hinauf folgen, biegen Sie rechts ab und nach ca. 300 m finden Sie eine der riesigen Deponien mit Baumaterialien.

Metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie

Orte für die Betonherstellung und Lagerung

Die Baumaterialien wurden zum Normalspur-Bahnhof in Olszyniec (Erlenbusch) transportiert. Dort bauten die Deutschen Verladerampen und von dort aus wurde der Transport über eine Schmalspureisenbahnstrecke bis zu den nordöstlichen Hängen des Strażowej Góry, Jedlińskiej Kopy und Włodarz durchgeführt. Der Transport verschiedenster Geräte und Baumaterialien lief dabei Tag und Nacht.

 

Noch heute kann man auf diesem Gebiet Zehntausende Säcke aus versteinertem Zement, Stahlbetonbögen zum Verstärken der Tunneldecken, Stacheldraht, Ziegel und Tonrohre entdecken.

Im Jahr 1947 schrieb der Redakteur der Zeitung "polnisches Wort" / "Słowa Polskiego" Zbigniew Mosingiewicz, eine Reihe von Berichten mehrerer Expeditionen in dieser Gegend.

 

Auszug aus dem Bericht "Die unterirdische Stadt":

 

"Wir haben eine Reihe von bröckelnden Baracken gefunden. Wir stellten fest, dass große Mengen an Zement verbraucht wurden. Stellenweise fanden wir das Papier von rund 10000000 Zementsäcke, jeder beinhaltete 50kg. Diese Anzahl verdeutlicht am besten die Größe des beabsichtigten Konstruktes. Die Menge des verbauten Zementes wird aber weitaus höher eingeschätzt.

Aus gefundenen Unterlagen entnahmen wir, dass an anderer Stelle auch bereits 100 LKW´s mit jeweils 15 Tonnen Zement beladen und abtransportiert worden."

 

Wir verlassen die Baustoffdeponie und schauen in Richtung Mitte des Komplexes.

Die Straße nach oben, wurde anfangs extra für die unzähligen LKW-Transporte angelegt, aber am Rande dieser Straße kann man noch heute das Gleisbett der Schmalspurbahn erkennen.

Weitere versteinerte Zementsäcke lassen sich überall am Rande der Straße und des Gleisbettes wiederfinden.

Es sind nicht mehr so viele, wie einst Augenzeugen beschrieben hatten, die Menge der übrig gebliebenen Zementsäcke machen einem dennoch klar, welch Ausmaß dieses Bauvorhaben erreichen sollte.

 

Heute wissen wir, dass es der zentrale Punkt zur Herstellung des Betons war. Von dort aus wurde das Material an verschiedene Standorte der Konstruktion – mittels LKW´s, Bergbauloren und Pipelines transportiert. Vor ein paar Jahren habe ich von Herrn Darek Korólczyka sehr interessante Informationen erhalten. Er sprach mit einem ehemaligen Häftling, der im Frühjahr 1944 am Stollen Włodarz/Wolfsberg 12 und 13 (Museums-, und Tourismuszentrum "Riese") an einer Pump-Pipeline zum Transport des fertig gemischten Betons gearbeitet hatte. „Diese Arbeiten dauerten rund drei Monate. Die Rohrleitung in der Nähe des vierten Tunnels wurde in den Boden eingebettet.“ „Haben Sie konkrete Informationen über die unterirdischen Bahntunnel?“ „Ich möchte dazu keinen Kommentar abgeben.“

 

Ein Stück weiter auf der rechten Seite, nur wenige Meter von der Straße, werden Sie (jetzt mit einem Betondeckel abgedeckt) einen Lüftungsschacht sehen. Die Röhre führt zu einem System aus unterirdischen Stollen.

Dieser Lüftungsschacht ist 43 Meter tief und hat einen Durchmesser von ca. 4-5 m. Weiter auf dem markierten Weg, den wir den Abhang hinuntergehen, stoßen wir auf einen weiteren Teil des verbauten Zementes. Ein paar Meter weiter, kann große Gebäude aus Stahlbeton und Verladerampen erkennen, um die Materialien für den Weitertransport in die Unterwelt vorzubereiten.

 

 

Hier wurde unter anderem auch Kies als Bestandteil des Betons und für den Straßenbau verladen. Auf der linken und auf der rechten Seite der Straße sehen wir ein sehr dickes und robustes Fundament mit einer Länge von zehn Metern. Selbst heute, nach fast 71 Jahren, ist es in einem erstaunlich, gutem Zustand. Auf dem Weg nach oben finden wir weiter künstlich angelegte Böschungen, Bahntrassen, Fundamente mit großen Stahlgewinden, Gräben und Einfahrten. Dies zeugt vom enormen Umfang der hier durchgeführten Arbeiten. Weiter entlang der Straße passieren wir nun einen, in einem Graben versteckten Bunker, nach ein paar hundert Metern erreichen wir einen großen Platz, das Museums-, und Tourismuszentrum "Riese".

Schuh eines KZ-Häftlings

Mit Abgabe eines kleinen Obolus, erhalten Sie ein Ticket um die Unterwelt des Wolfsberges zu besichtigen. Das Museum stellt unter anderem Baumaschinen, Bauteile, Militärfahrzeuge und Informationen zum Aufbau des Komplexes "Riese" aus. Hier können Sie sich von den Wanderungen im Eulengebirge entspannen, essen, Postkarten und Landkarten der Gegend oder Bücher zum Thema "Riese" erwerben. Des weiteren können wir geführte Touren zu anderen Stollen und versteckten Orten organisieren. Hier können Sie Ihre Reise zu einem unterirdischen Labyrinth von Gängen und Hallen beginnen.

 

Hitler Komplex Riese

Eingang Nr. 3

Um um einen Teil, des Inneren Włodarz/Wolfsberges zu besichtigen, steht der Stolleneingang 4 auf unserem Gelände zur Besichtigung offen. Sie bekommen einen Einblick, wie der fertige Stollen ausgesehen hätte, da einige Räume schon kurz vor der Fertigstellung standen und komplett mit Beton ausgekleidet sind. (Eingebaute und vergossene original Betonbögen und Wände)

 

Weiter im Inneren existieren sogar Hallen, die eine Höhe von ca. 50 Metern erreichen.

 

Man kann zurückverfolgen, wie der Bau vorangetrieben wurde. Überall in den Wänden und der Decke, können Sie Bohrlöcher finden, in einigen befinden sich sogar noch Überreste der Sprengladungen. (Die Bohrtiefe beträgt ca. 2 m.)

Wächter der KZ-Häftlinge im Stollen

Wächter im Stollen

Laut eines Augenzeugen, Herr Czeslaw Sz: "Wir hatten große Presslufthämmer einer italienischen Marke. Unsere Arbeiten mit diesen Geräten, wurden auch von einer italienischen Firma überwacht. Nach den Sprengungen und einer kurzen Pause, stand auch schon der Vorderlader bereit, um das Aushubmaterial in Lastwagen zu verladen. Ich habe nirgendwo Förderbänder gesehen.

Die Vorderlader kamen erst zum Einsatz, als das abgesprengte Gestein von den Gefangenen mit Hämmern und Spitzhacken klein geschlagen wurde. Sehr oft kam es jedoch zu großen Einstürzen einzelner Gewölbedecken.

Andere Gefangene wurden zum begradigen von Wänden und Decken mit einfachen Hämmern herangezogen. Zur selben Zeit wurde auch schon die Schalung und der Bewehrungsstahl zur Verstärkung vorbereitet. Danach wurden die Rohrleitungen in den Beton eingebettet.

In diesem Stollensystem wurde aber nur das rechte Wachhaus mit einem fertigen Zementboden vorgefunden. Die restlichen Räume befinden sich noch im Rohzustand.

Überall auf dem Gelände findet man fertige Bogensegmente für die Tunneldecke. Im linken Wachhaus wurden bereits Betonwände und die Decke eingebracht, auch kann man Bewehrungsstäbe erkennen, die nach dem Gießen des Betons eine zweite Etage schaffen sollten. Diese Bauweise kann man auch in anderen Komplexen wie z.B. im Schloss Książ oder in Osówka.

 

Wir gehen tiefer in den Stollen.

Nach ein paar Dutzend Metern Flur teilen sich die Wege auf. Ein weiter führt geradeaus, der Vortrieb endet nach ca. 80 m, nach einer rechten 90-Grad-Kurve.

Wir gehen den Gang weite nach rechts. Auf dem Weg passieren wir viele Seitengänge, irgendwann kommt eine mit Wasser geflutete Passage, die das vorankommen zu Fuß unmöglich macht. Ein Teil der Reise findet jetzt mit einem Boot statt.

Nach etwa 10-15 metern, erscheint plötzlich auf der rechten Seite Tageslicht. Hierbei handelt es sich um einen 40 Meter hohen Lüftungsschacht. Wir setzen unsere Reise fort. Die Taschenlampen bringen erstaunliche Formen und Farben der Felsen und des glasklaren Wassers hervor, welches durch den Stein sickert. Auf dem Boden sind Bahnschwellen, Bohlen, einige Schrauben, und Rohrstücke zu erkennen. Nur ein paar Meter weiter, erreichen wir eine riesige Halle. Man findet keine Worte: gigantisch, riesig, monumental? Diese Halle ist ca. 80m lang, 15m breit, 10m hoch.

Hitlers Stollensystem Riese im Eulengebirge

überflutete Hallen und Gänge

Am linken Ufer der riesigen Halle, gehen wir ein paar Meter einen Felshügel hinauf und biegen dann nach links in einen 5 bis 6 Meter breiten und 3 Meter hohen Tunnel ab. Ein paar Meter weiter, stoßen wir auf ein sehr großes Loch im Boden, das mit ca. 4-5 m Wasser geflutet ist. In diesem Stollensystem wird man noch häufiger auf diese Schächte treffen. Diese Schächte verbergen wahrscheinlich noch mehrere weit verzweigte und überflutete Gänge.

Eine Schicht aus natürlichem Gestein zwischen der oberen und unteren Ebene, wurde dabei vorerst in der entstehenden Halle belassen, um den Vortrieb in Deckenhöhe zu gewährleisten. Danach wurde diese Schicht entfernt. Durch diesen Prozess konnte man solch große Hallen in den Fels treiben. Auf der unteren Ebene, dort wo das Wasser nachlässt, erreichen wir wieder den Ausgang Nummer 3.

 

Hinter uns liegt ein gigantisches System aus unterirdischen Stollen.